Vom Energiesparen bis zur Rund-um-Komfort-Lösung

Smart Home ist nicht gleich Smart Home. Es gibt viele Ansatzpunkte und Konzepte, ein herkömmlichen Haus in ein smartes Home zu verwandeln. Dabei stellen sich jedem Bauherrn oder Hausbesitzer die Fragen, was geht, wie smart darf es sein, welche Vorteile und Nachteile gibt es und was ist beim Betrieb der intelligenten Technik zu beachten.

Die Kernbereiche des Smart Home
Ursprünglich wurde die smarte Technik entwickelt, um größere Energiesparpotentiale auszuschöpfen. Mit möglichst wenig Ressourceneinsatz sollte eine permanente Quelle zur Senkung der Energiekosten geschaffen werden. Dabei zielte der Ansatz nicht nur auf eine Kostenersparnis, sondern gleichzeitig auf eine Steigerung des Wohnkomforts ab:

    •    vollautomatische Heizungssteuerung

    •    automatisierte Steuerung der Rollläden

    •    kontrollierter Einsatz der Beleuchtung oder anderer Hauptstromabnehmer

Mittlerweile gibt es neben der Energiekomponente weitere Ansatzpunkte für intelligente Wohnlösungen:

    •    Sicherheit

    •    Unterhaltung

    •    Komfort

    •    Pflege

Um von einem Smart Home zu sprechen, müssen nicht zwingend alle Aspekte mit vollautomatisierten und intelligenten Lösungen hinterlegt sein. Aber ein bloßes Thermostat am Heizkörper ist zwar nett, aber zu smart fehlt noch ein bisschen!

Die Konzeptentwicklung
Gerade Bauherren stehen frühzeitig vor der Entscheidung, welche Bereiche der Haustechnik smart werden sollen und wie dies umgesetzt wird. Eine rechtzeitige Überlegung kann doppelten Aufwand – zum Beispiel zum Verlegen von Stromleitungen – vermeiden. Auch können bereits im frühen Baustadium Vorbereitungen getroffen werden, die erst später – z.B. aus finanziellen Gründen – umgesetzt werden sollen. Auch sollten bereits jetzt die Gedanken zur Unterbringung der Technik in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Bei vielen Systemen empfiehlt sich ein zentraler Platz – zum Beispiel in einem Serverschrank – um das Herz des Smart Homes geschützt vor Staub, Feuchtigkeit, Erschütterungen und sonstigen Störfaktoren zu installieren.

Die Entscheidung über den Umfang der smarten Technik hängt neben den Preisvorstellungen auch von den individuellen Vorlieben des Bauherrn ab. Genügt dem einen ein effizientes Energiemanagement und eine intelligente Sicherheitsanlage, möchte der andere insbesondere im Bereich Wohnkomfort auf höchstem Standard ausgestattet sein. Eine Checkliste der Bedürfnisse ist daher eine solide Grundlage für die Entscheidungsfindung.

Die Anbieterauswahl
In Abhängigkeit vom Bedürfnischeck kann anschließend die Auswahl des Anbieters für das Smart Home-Konzept getroffen werden. Firmen wie Telekom, RWE, Loxone oder HomeMatic bieten Komplettlösungen für alle Bereiche an. Andere Anbieter haben sich auf Teilbereiche spezialisiert, wie z.B. Philips mit Philips Hue auf ein Lichtsystem oder der Hardwarehersteller Nest auf den Bereich Sicherheit (Rauchmelder und Überwachungskameras).

Die Preise für ein Basisset und die Zentralsteuerung schwanken von Anbieter zu Anbieter. Auch der Umfang der Startersets variiert erheblich. Ein weiterer zu beachtender Aspekt sind die Kosten für zusätzliche Geräte, Sender, Empfänger und Schalter sowie die Kompatibilität der Geräte untereinander.

Ein Blick hinter die Kulissen
Die Idee des Smart Homes ist noch relativ jung, das heißt, es gibt unterschiedliche Lösungsansätze der verschiedenen Unternehmen. Zum einen bietet der Markt in sich geschlossene Systeme (z.B. das RWE Smart Home), in dem alle Elemente der Haussteuerung von der Zentrale bis zum Thermostat, Lichtschalter oder Bewegungsmelder in das Komplettsystem integriert sind. Für die Anwender reduziert sich dadurch der Aufwand, unterschiedliche technische Möglichkeiten hinsichtlich Kriterien wie Preis, Qualität, Funktionen, Bedienkomfort etc. zu vergleichen, nachdem die Entscheidung für einen Anbieter getroffen wurde. Auch ist die Kompatibilität aller Geräte untereinander optimal gewährleistet und ein Nachrüsten ohne intensive Beschäftigung mit der Technik möglich.

Eine weitere Möglichkeit ist der QIVICON-Standard. Hierbei handelt es sich um den Zusammenschluss diverser Unternehmen zu einer Allianz, um kompatible Smart-Home-Technik anbieten zu können. Als Hausbesitzer erweitert sich dadurch die Bandbreite der Firmen und Produkte, die für die Haussteuerung eingesetzt werden können. Gleichzeitig steigt allerdings auch der Aufwand für die Entscheidungsfindung.

Die dritte Variante ist die Nutzung des offenen Standards KNX. Mittels drahtgebundener und funkbasierter Kommunikationswege können die Produkte von einigen hundert Anbietern miteinander vernetzt werden. Aufgrund der Bandbreite der europäischen und internationalen Anbietern für Produkte der smarten Haussteuerung ist den technischen Möglichkeiten damit kaum mehr eine Grenze gesetzt: von Audiosteuerung bis Zugangskontrolle können alle Einsatzbereiche für Haustechnologie abgedeckt werden.

 

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